Warum Overlay-Tools nicht funktionieren
Was sind Overlay-Tools?
Ein per JavaScript eingebundenes Widget (z. B. accessiBe), das verspricht, eine Website per Knopfdruck barrierefrei zu machen – ohne den eigentlichen Code zu ändern.
Der FTC-Fall gegen accessiBe
Die US-Handelsaufsicht FTC warf accessiBe irreführende Werbung vor: Eine Zeile Code mache eine Website sofort zu 30 % WCAG-konform, die restlichen 70 % erledige eine KI binnen 48 Stunden. Zusätzlich beanstandete die FTC bezahlte Bewertungen, die wie unabhängige Beiträge aussahen. accessiBe stimmte im Januar 2025 einem Vergleich über 1 Mio. US-Dollar zu; der Beschluss wurde im April 2025 endgültig. Der Fall betrifft die Werbeaussagen dieses einen Anbieters – nicht automatisch jedes Overlay-Produkt.
Warum das technisch nicht reicht
Overlays patchen nur oberflächlich per CSS/JavaScript im Browser. Sie erkennen z. B. keine fehlenden alt-Texte im echten Sinn, keine kaputte Formularlogik und keine strukturellen Probleme – und können bestehende Barrierefreiheits-Features (etwa native Screenreader-Bedienung) sogar stören.
Was stattdessen hilft
Die tatsächlichen Probleme im Quellcode beheben – Alt-Texte, Labels, Kontraste, Struktur. Genau das zeigt dir Barrierewerk mit WCAG-Referenz, damit du oder dein Entwickler es gezielt reparieren könnt.
Quelle
Verfahrensakte der US-Handelsaufsicht FTC zum Fall accessiBe Inc. (Az. 2223156): https://www.ftc.gov/legal-library/browse/cases-proceedings/2223156-accessibe-inc
Aus unserer eigenen Messung: Die drei häufigsten Fundarten unserer Messung – Kontrast (87,0 Prozent), fehlende Namen für Links und Schaltflächen (85,1 Prozent) und eine kaputte Überschriftenstruktur (83,5 Prozent) – stecken alle im Quelltext der Seite. Genau dort kommt ein Overlay nicht hin.
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